Die Villa wird als das bedeutendste Werk der Vorkriegszeit des deutschen Architekten Ludwig Miese van der Rohe betrachtet, der neue Maße des modernen Wohnens festgelegt hat. Sie gehört zu den grundlegenden Werken des weltlichen Funktionalismus. Der Autor wird als einer der Väter der modernen Architektur des 20. Jh. betrachtet.
Sie liegt am Abhang des Residenz-Viertels in Černá Pole und ist südlich orientiert mit Blick aufs Stadtzentrum, Spilberk und Petrov. Das Haus ist dreigeschossig, teils im Abhang eingesetzt. Das Gebäude bildet ein riesiges Stahlskelett, das die Steindecken trägt. Das Netz der Tragsäulen überquert die ganze Höhe des Hauses und im Wohnteil bildet es ein bedeutendes stilbildendes und ästhetisches Element. Bekannt ist vor allem der Hauptwohnteil mit Glaswänden und einem Wintergarten. Das Interieur wurde vom Architekten selbst gewählt und ist durch das elegante und feinsinnig entworfene Mobiliar gekennzeichnet. Im Raum der ehemaligen Küche befindet sich eine Fotoausstellung von Fritz Tugendhat, die den Bau- und Einrichtungsprozess dokumentiert.
Am Bau des Hauses hat eine Reihe von heimischen und ausländischen Firmen teilgenommen; die Naturmaterialien wurden aus allen Ecken der Welt importiert. Die Villa wurde in Rekordzeit fertig gebaut.
Das Ehepaar Tugendhat hat die Villa aber nur bis 1938 bewohnt, denn in diesem Jahr wurden sie wegen der jüdischen Abstammung gezwungen, die Tschechoslowakische Republik unter Androhung der deutschen Expansion zu verlassen.
Vom Anfang der 90er bis 1994 diente das Gebäude für kommerzielle Zwecke. In diesem Jahr entschied der Rat der Stadt Brünn, die Villa dem Museum der Stadt Brünn zur Nutzung zu übergeben. Am 1. Juli wurde sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit als Denkmal der modernen Architektur zugänglich gemacht. Ihre Bedeutung wurde im Jahre 2001 offiziell bestätigt, als sie auf die UNESCO Liste eingetragen wurde.

